Whitsunday Islands
Posted by E.V.A on 06 Jul 2007 | Tagged as: Allgemein
Andy, unser Skipper und wandelndes Lexikon, hat am zweiten Abend gesagt: “Wer aufs Meer hinaus faehrt, ist auch bereit, dort zu sterben”. Ich: “Das hat mir aber vorher keiner gesagt.”
Am Dienstag Morgen um 8:30 Uhr, nachdem auch die 7-koepfige columbianische Familie eingetroffen war, setzen wir die Segel zu unserem Abenteuer. Na ja, die Segel haben wir nicht wirklich gesetzt. Bei konstanten 3 Knoten waeren wir mit ausgefahrenen Segeln wahrscheinlich heute noch nicht in den Whitsunday Islands eingelaufen. Insgesamt 19 Leute haben die “Derwent Hunter”, ein Original-Holzschiff aus dem Jahre 1946, ihr zu Hause genannt und 2 Naechte und 3 Tage die Whitsunday Islands be”segelt”. Das Betreten des Schiffs war fuer mich eine gute Gelegenheit die traumatischen Erlebnisse der vorherigen Naechte weit ueber Bord zu werfen. Traumatische Erlebnisse, damit meine ich 3 schlaflose Naechte in schimmeligen Zimmern in denen ich mich nicht getraut habe zu atmen, dazu mit Bed Bugs im Bett (ihr wisst ja, die kleinen Viecher, die mal immer nur mich beissen) und nahezu unzerstoerbaren Kakerlaken im Zimmer. Und immer dabei, die Ungewissheit wo sich die Bed-Bugs letztendlich befinden. Habe ich sie selbst aus dem schimmeligen Zimmer in Magnetic Island mitgebracht? Befinden sie sich hier in der Matratze oder sind sie schon lange in meinem Schlafsack? Sind sie dann jetzt in meiner Jogging-Hose oder in einem der zahlreichen Pullover die ich zum Schutz angezogen hatte? Wie auch immer - ich hoffe ich bin sie jetzt los.
Unsere erste Station war der Whitehaven Beach, ein traumhafter Strand, mit dem weissesten und reinsten Sand (98.8 % Silikon) den ich je zwischen meinen Zehen quitschen gehoert habe. Dort sind wir ins eiskalte, tuerkise Wasser gesprungen, haben uns in der Sonne geraekelt und fuer die maennliche Besatzung wurde ein echter, runder Ball zum Fussball spielen zur Verfuegung gestellt. Fuer Thorsten war das wie Weihnachten und Geburtstag zusammen
Nach ca. 3 Stunden wurden wir mit dem “Dingi” (kleines Beiboot) wieder auf das Mutterschiff gebracht von dem wir dann die Riesenschildkroeten bewundern konnten, die immer wieder auf und abtauchten. Nach Kaffee und Kuchen, vielen interessanten Berichten ueber Fische, Boote, Winde und Sterne hat uns Mel (die sich erst am naechsten Tag als Melanie aus Nuernberg zu verstehen gegeben hat) ein leckeres Abendessen gezaubert. Als Nachtisch gab es dann die Abzocke im Black-Jack durch die columbianische Grossfamilie
ein Glueck nur mit Spielgeld!! Danach ging der Blick nur noch in den endlosen Sternenhimmer, vom Milkyway zum Southern Cross, weiter zum Jupiter und dann zur Venus, dem hellsten und natuerlich schoensten Stern am Firmament … Als Gute-Nacht-Geschichte hat uns Andy von seiner wahnsinnigen Leidenschaft zu diesem Boot erzaehlt, dass er nie wieder in Haeusern schlafen kann und dass er zum Leben nur die Natur und ein Boot braucht. Ich habe noch nie jemanden so erzaehlen hoeren und ich glaube, dass ich noch nie einen so gluecklichen Menschen getroffen habe.
Der naechste Morgen begann mit etwas Kopfschmerzen nachdem wir uns mindestens 5 X den Kopf in unserer riesigen 6er Kajuete gestossen hatten.
Dann gab es aber schon leckeres Fruehstuck und viele nette Unterhaltungen an Deck bis mir ploetzlich fuer ein paar Sekunden der Atem wegblieb und dann nur noch schrie: “festhalten, festhalten”. Gerade hatte ich noch Carina aus Hamburg von der Gute-Nacht-Geschichte am vorigen Abend erzaehlt und davon wie wertvoll dieses Schiff ist auf dem wir uns gerade befinden. Und wird denn dieses tolle Schiff jetzt tatsaechlich das andere Schiff rammen was da direkt vor uns unseren Weg kreuzt? Wir mussten uns alle hinsetzten und uns irgendwo festhalten. Ich dachte nur an das Schiff, wie wunderschoen es ist und daran, dass in ein paar Sekunden alles zerstoert wird und alle Segel auf uns fallen. Ich habe mich gefragt ob es wohl eine gewaltige Erschuetterung geben wird und wie tief das Wasser unter uns ist. Dann habe ich, wie alle anderen, darauf gewartet was als naechstes passiert. Unser Kapitaen hat dann endlich schnell reagiert, den Rueckwaertsgang eingelegt und das Schiff versucht in die entgegengesetzte Richtung zu lenken. Das gleiche hat auch das andere Schiff versucht, nur hat es nicht in die entgegengsetzte Richtung gelenkt und somit haben wir es doch noch gerammt. Aber nur ein bisschen und ohne Erschuetterung. Nur meine Knie haben gezittert ohne Ende. Diese Sekunden, keine Ahnung wie viele es waren, kamen mir vor wie eine Ewigkeit. Wirklich kaum zu glauben woran man in solchen Momenten alles denkt. Die Crew war komplett cool, keine Anzeichen von Nervositaet und jeder hatte einen lockeren Spruch auf den Lippen. Am Abend hat uns Andy aber dann zu verstehen gegeben, dass es “bloody serious”, um nicht zu sagen sehr sehr ernst war….
Aber bei solchen Aussichten, sowohl zu Lande - bei unserem kleinen Spaziergang ueber eine der 74 Inseln - als auch unter Wasser beim Schnorcheln haben wir schnell diesen kleinen Zwischenfall vergessen und uns wieder aufs wesentliche konzentiert: schnorcheln, schwimmen, sonnen, essen, entspannen. Am ersten Tag hat uns die Crew davor gewarnt, dass wir am Ende der Reise an dem URS leiden werden, dem “ultimate relaxation syndrom” uebersetzt dem ultimativen Enspannungs-Syndrom. DANKE - es hat geklappt. Wir hoffen, dass das “Leiden” noch lange anhaelt….
Und am Ende - sind wir doch noch gesegelt!!!!!!


Zwischen Silikon und Silizium gibt es einen kleinen aber feinen Unterschied
wann seid ihr denn eigentlich wieder daheim?
Dirk Beckerling
Wow…das wäre was für mich gewesen..schön über das Meer segeln…ich frage mich nur, wie Ihr da mit einem anderen Boot zusammenstoßen konntet??? So auf dem Meer…das kenne ich nur von kleinen überfüllten Kanälen, Schleusen oder so??? Echt witzig Eure Geschichte….
Naja, ist ja nichts passiert..auf jedenfall wie immer traumhaft (mal abgesehen von den Nächten…hi,hi)
LG und ich freue mich schon auf weitere Geschichten….
Hallo meine lieben!
yeahyy…bin namentlich in eurem artikel erwähnt!
hab wirklich noch tagelang darum getrauert, dasa wir nicht mehr segeln konnten…
wünsch euch noch wunderschöne tage auf bali
busserl caro