Archive for Juli, 2007

Fraser Island

Bevor wir uns bei Kate in Brisbane eingenistet haben, waren wir fuer 3 Tage auf Fraser Island. Fraser ist die groesste Sandinsel der Welt. Klingt gross, ist sie auch. Tausendsechshundert Quadratkilometer. Das ist sechszehnmal so gross wie Sylt, oder 122km hoch und 15 breit. Ausserdem gehoert sie seit 1992 zum Weltnaturerbe. Okay,okay, genug gefaehrliches Halbwissen von Wikipedia. Bei Ankunft in unserem Hostel in Hervey Bay - das ist der langweilige Ort vor der Kueste - wussten wir nicht so ganz, was uns in der nachsten Tagen erwartet und was wir von der Insel erwarten sollen. Zum einen waren die Temperaturen recht bescheiden: tagsueber um die 20 Grad, nachts unterhalb der 10 Grad Grenze. Zum anderen hatten wir uns zu einem guenstigen Gruppen-Selbstfahr-Erlebnis-mit-Zelten angemeldet. Uns schwebten also sowohl die traumhaften Postkartenmotive vor, als auch die Vorstellung, in einem sandigen Zelt zu frieren…

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Die Tour startete morgens um 6 Uhr 50 (also unsere uebliche Aufsteh-Zeit) mit einem “Briefing” fuer alle Teilnehmer. Und davon gab es jede Menge. In dem Raum standen und sassen ueber 40 Backpacker. Haben die kein Zu Hause? Hatten wir nicht in der Broschuere was von 10 Leuten im Jeep gelesen? Und was wollen die alle zu der Jahreszeit auf Fraser? Und warum sprechen die ganzen Maedels links neben uns so eine komische Sprache? 7 Uhr morgens ist eindeutig zu frueh fuer Franzoesisch. Einige Erlaeuterungen und Filme spaeter wurden wir dann in 4 Gruppen eingeteilt. 4 Gruppen fuer 4 Jeeps. Macht Sinn. Immer mehr Namen wurden aufgerufen, immer mehr Leute verlassen den Raum. Haben die uns vergessen? Und - oh oh, auch Frankreich sitzt immer noch auf Ihren Plaetzen…

…bei der Gruppe 4 hoeren wir dann auch unsere Namen…und ja klar, warum auch nicht, ganz Frankreich erhebt sich auch von den Plaetzen. Eigentlich bin ich ja schon recht frankophil, aber nicht so frueh morgens, und nicht so geballt, und nicht in Australien. Von den 5 Franzoesinnen entpuppen sich kurze Zeit spaeter 3 als Kanadierinnen. Natuerlich aus Quebec, wo franzoesisch Muttersprache ist. Erste Frage: Ob wir franzoesisch sprechen. Auf franzoesisch, versteht sich. Denn alle 5 sprechen kaum bis kein Englisch. Spaetestens hier fragten sich die 3 sehr jungen Englaenderinnen und wir,ob die Gruppenzusammenstellung wirklich gluecklich ist. Wo die anderen Maenner unserer Gruppe sind? Das hab ich mich auch gefragt.

Vor allem wegen dem Selbst-Fahr-Erlebnis. Da wird Erlebnis ja bestimmt gross geschrieben. Wiederum kurze Zeit spaeter stellt sich auch noch heraus, dass keiner unserer Mitfahrendinnen fahrberechtigt ist bzw. sein moechte. Warum auch. Eva und ich sind also automatisch die Fahrerin. Wohl kein Bier vor Vier. Schade.

Na ja, nach rueckwaerst-auf-die Faehre-fahren und der 40minuetigem Ueberfahrt stellte sich das Fahren-Muessen aber schnell als Fahren-Duerfen heraus. Aber so weit waren wir ja noch nicht.

Denn erstmal ging es zum Einkaufen. Eva hat ja von Natur aus eine Antipathie gegen Supermaerkte. Mir sind diese ja eher sympathisch. Aber kauft mal mit 10 Leuten, die sich nicht kennen, fuer 3 Tage Lebensmittel ein. Und das in 15 Minuten, denn die Faehre wuerde leider nicht auf uns warten. CHAOS! Aber wie sich herausstellte, kauften wir gar nicht fuer 10 Personen ein, da  unsere beiden Grazien aus Frankreich (Mutter und Tochter, komplett in schwarz, an allen 3Tagen) schon vorher eingekauft hatten und sich lieber selber versorgen wollten als sich in die Gruppe zu integrieren. Warum auch nicht, deshalb meldet man sich ja auch zu einer Gruppenreise an. Blieben also noch 8 hungrige Mitfahrer. Den hoechst unterschiedlichen Vorstellungen und Vorlieben in Bezug auf Essen zwischen Englaenderinnen, Kanadierinnen und uns und den daraus resultierenden Diskussionen koennte ich jetzt einen eigenen Artikel widmen, lasse ich aber aus Zeitgruenden. Nur soviel: Am naechstenh Morgen beschwerte sich eine Kanadierin bei ihrer Freundin darueber, dass die Vegetarierin waere, aber das gleiche bezahlen sollte wie alle anderen. Und ausserdem wuerden die Englaenderinnen ohnehin zuviel (fr)essen. Dummerweise sprach die Englaenderin neben ihr Franzoesisch… wie sich der aufmerksame Leser denken kann, wurden diese beiden Gruppen keine Freundinnen mehr in den 3 Tagen und von Gruppendynamik konnte keine Rede mehr sein…

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25 Minuten spaeter rasten wir jedenfalls mit unserem bis unter das Dach vollgepackten Landcruiser in Richtung Faehre, wo der defensiv und vorausschauende deutsche Fahrer den Landsruiser sicher rueckwaerts auf die Faehre steuerte. Von der Faehre runter war dann einfacher, nicht mehr rueckwaerts, wir waren zwar in Australien, wo so einiges anders ist, aber eben nicht in Ostfriesland. 

Auf der Insel mussten wir dann erstmal den Luftdruck der Reifen halbieren, fuers Fahren im Sand. Und dasind nur Allrad-betriebene Fahrzeuge (sog. 4WDs, fuer 4 Wheel Drive oder zu deutsch Allradantrieb) erlaubt, und warum stellten wir schnell fest. Denn dann ging es auch schon los, quer ueber die Insel auf 4WD Tracks (Sandpisten) zum Lake McKenzie, einem riesigen Frischwassersee im Inselinneren. Auf Fraser Island gibt es fast 200 Süßwasserseen, die ein extrem sauberes und klares Wasser aufweisen und von einem riesigen Frischwasserreservoir unter der Insel gespeist werden. Auf den 4WD Tracks kommt man mit 20-40km/h voran, durch tiefen Sand, teilweise steil bergauf und bergab. Ein Heidenspass mit einem so kraftvollen Toyota Landcruiser! Noch besser als meine Rasenmaehererfahrung in Margaret River. Und das soll was heissen :-)

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Vor der Wanderung zum See gab es erstmal Lunch. Die Franzoesinnen stellten Ihre Tuete mit Sandwiches auf den Boden und verschwanden erstmal zur Toilette. Eine Minute spaeter stotterte eine der Kanadierinnen nur “Dingo” und zeigte auf die franzoesische Tuete. Da konnten wir noch so gerade eine der “Touristenattraktionen” auf Fraser Island mit einer Sandwichtuete im Maul im Busch verschwinden sehen. Der Dingo ist ein australischer Wildhund und gilt als das einzige australische Raubtier. Leider kommt es (meist durch menschliches Fehlverhalten) immer wieder zu Zwischenfällen, die oft mit Verletzungen enden (vor einigen Jahren fuer ein Kind sogar tödlich. Daher hab ich nach Zureden von Eva das Butterbrot mal Butterbrot sein lassen und von der Verfolgung abgesehen. Ausserdem gehoerte das ja eh den Franzoesinnen, die uns die Geschichte mit dem Dingo nach ihrer Rueckkehr wohl nur halb abgekauft haben und eher dachten, dass waere unsere Rache fuer ihre Selbstversorgung…

Am traumhaften See sprangen einige Verrueckte sogar fuer einige Sekunden in das eiskalte Wasser, mit meiner ausklingenden Erkaeltung hab ich hier lieber mal gepasst (fuer Insider: ein Bremser fuer Kulle).

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Danach ging es weiter ueber 4WD Tracks zur Ostkueste der Insel, wo wir unser Nachtlager zusammen mit einem der anderen Teams aufschlugen. Am Abend wurde gegrillt, was sich wegen des Windes und Sandes als langwierige, schwierige und ziemlich sandige Angelegenheit herausstellte. Haetten wir da gewusst, dass das Gas unseres Grills wegen des Knicks in der Leitung nur halbherzig herausstroemte, haette das Grillen vielleicht nicht 3 Stunden gedauert :-) Aber wir hatten ja Zeit.

Am naechsten Morgen durfte Eva dann ans Lenkrad und am 75 Mile Beach, dem Highway bzw. der Autobahn der Insel, Ihre Fahrkuenste unter Beweis stellen. Mit Zwischenstop und “Schwimmen” am Eli Creek, der “sandigen Wasserrutsche” auf Fraser, am Wrack der Maheno ging es nach Norden zum Indian Head. Auf dem letzten Anstieg zum Indian Head blieben so einige 4WDs stecken, nicht aber unser Landcruiser. Beim Aufstieg zum Ausblick sahen wir leider nur noch die letzen Fontaenen und Spritzer der Wale, die gerade vorbeizogen. Nach Besuch der Champagne Pools ging es zurueck am Strand entlang bis zu unserem Nachtlager mit allen 4 Gruppen. Unsere Spaghetti Bolognese waren ein deutlich besseres Mahl als das am Vorabend. Mit Weisswein aus Schlaeuchen liess sich das auch super herunterspuelen. 

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Am letzten Tag besuchten wir noch Lake Wabby. Ebenfalls traumhaft gelegen, ebenfalls eiskalt, diesmal aber kein Bremser. Am fruehen Nachmittag mussten wir zurueck zur Faehre. Alles in allem, trotz unserer Gruppe und der kuehleren Temperaturen ein Wahnsinnstrip und eine unglaublich interessante und schoene Insel!!! Rueckkehr irgendwann mal im Sommer nicht ausgeschlossen.

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Strafzettel

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We love youuuuu!!!!!

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Whitsunday Islands

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Ab in den Urlaub :-)

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Coles EXKLUSIV

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