Die rote Mitte war bei uns irgendwie ziemlich gruen!

Die Mitte Australiens wird als “Red Centre” bezeichnet weil es eine Wuestengegend mit nicht viel ausser roter Erde ist, auf der etwas Gestruepp waechst. Es sei denn es regnet mal unverhofft, so wie im April, kurz bevor wir dort angekommen sind. Im ersten Moment haben wir uns wirklich gefragt ob so eine Wueste aussieht. Ueberall Baeume, Straeucher, Blumen und viel Leben. Man hatte uns dann aufgeklaert das es vor einigen Wochen geregnet hat und wenn es einmal regnet dann richtig und die Wueste erwacht innerhalb kuerzester Zeit. Sogar Froesche kommen hervor, die unter der Erde in einem Halb-Leben-Status auf Regen warten und Voegel kommen ueber Hunderte Kilometer geflogen, starten ihren Flug aber zeitlich schon deutlich bevor es regnet. Auch der Wissenschaft ein Raetsel.

In Alice Springs hatte sogar der Todd River, der bis auf wenige Tage im Jahr vollkommen ausgetrocknet ist, kurze Zeit fliessend Wasser. Dort findet auch einmal im Jahr die sogenannte Trocken-Boot-Regatta statt - die dann ungefaehr so aussieht….

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Am 25.04.07 sind wir in Alice Springs angekommen und haben es uns dort in Annie’s Place gemuetlich gemacht. Ein Hostel mit hauseigenem Restaurant, in dem man Abends fuer $ 5 eine riesen Portion leckeres Essen bekommt. Dort haben wir uns das erste Mal gefragt wie die dort an Kamelfleisch kommen. Am naechsten Morgen wurden wir um 06.20 Uhr von dem Adventure-Tourbus und unserem Tourfuehrer “Tucker” abgeholt. Drei spannende Tage standen uns bevor zusammen mit 4 Amerikanern, 2 Australiern, 2 Koreanerinnen, 3 faulen deutschen Goeren und einr Daenin. Der erste Zwischenstop wurde auf der Kamel-Farm gemacht, dort wurde uns dann auch die Sache mit dem Kamelfleisch klar….

Aufgrund der klimatischen Bedingungen im roten Herzen Australiens erwiesen sich Kamele damals als ideale Arbeits- und Lasttiere und wurden aus Afghanistan, Pakistan und Indien eingeführt. Nach getaner Arbeit bzw. als die Kamele durch Schienen-/ und Kraftverkehr ersetzt werden konnten, hat der Staat (so sagt man) angeordnet die Tiere zu erschiessen. Anstatt sie zu erschiessen, hat man sie aber freigelassen und so gibt es heute ca. 300 - 400.000 Kamele in Australien….

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Nach ca. 6 Stunden Busfahrt (wie immer viele tote Tiere am Strassenrand) sind wir dann am Kings Canyon angekommen - eine riesige Schlucht mit ueber 200 Meter hohen Sandsteinwaenden. Am Grund des Canyons gibt es permanente Wasserloecher, eine riesige Pflanzenwelt und den sogenannten “Garden of Eden”.

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Abends sind wir dann zu unserem Camp gefahren. Dort wurde das traditionelle australische Essen “Spaghetti Bolognese” zubereitet und das Lagerfeuer angezuendet. In dieser Nacht haben wir in sogenannten “Swags” geschlafen. Denkt euch einfach einen Schlafsack mit eingebauter Matratze - fertig. Kein Fliegengitter nichts, nur der endlose Sternenhimmel. Zugegeben, ich habe nicht wirklich viel geschlafen :-) und habe mich gefreut als die Dingos anfingen zu jaulen weil ich wusste, das wohl endlich Morgen ist. Morgens ging es zum ”Uluru”, “Ayers Rock” oder einfach zum roten Felsen. Egal wie man ihn nun nennt, er ist wirklich umwerfend. 348 Meter hoch mit einem Umfang von 9 Kilometern. Er besteht aus Sandstein und aus Konglomeraten, die rostrote Farbe ruehrt vom relativ hohen Eisengehalt des Gesteins her. Und er leuchtet wirklich bei Sonnenuntergang.

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Am naechsten Tag haben wir eine Wanderung durch die 36 Kuppeln der “Olgas” (auch Kata Tjuta + “viele Koepfe” genannt) gemacht

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und uns nach dem Mittagessen zurueck auf den Weg nach Alice Springs begeben. Alles in allem eine sehr schoene Tour. Nur die drei deutschen faulen Goeren sag ich euch - es war uns peinlich die gleiche Sprache zu sprechen. Wenn das die Deutsche Zukunft ist - Prost Mahlzeit.

Am ersten Mai sind wir dann wieder alleine losgefahren in Richtung westliche Mc Donnel Ranges. Typisch für die Mac Donnell Ranges sind die roten Felsen, die häufig von Tälern und Schluchten unterbrochen werden, in denen sich permanente Wasserlöcher befinden. Abends haben wir einen sehr idyllischen Campingplatz gefunden. Wir parkten unser Auto und bauten unser Zelt daneben auf. Neben uns stand der Campingwagen von einer Frau. Einer Hexe wie sich kurze Zeit spaeter herausstellte. Die Unfreundlichkeit in Person. Fast haetten wir Sie gefragt, ob Sie wirklich Australierin waere - weil es hier ja eigentlich nur nette Menschen gibt. Na ja, sie hat dann spaeter ihren Wagen umgeparkt weil wir ihr wohl zu nah auf die Pelle gerueckt sind. Morgens haben wir einen wunderschoenen Spaziergang gemacht, leider war dieser nur mit Fliegennetzen ueber dem Kopf moeglich.

Zurueck in Alice Springs haben wir am naechsten Tag eine “Kaenguruh-Rettungs-Station” besucht. Hier werden die “Kleinen” aufgezogen, die oftmals im Beutel ueberleben, wenn die Mutter vom Auto ueberfahren wurde. Hier haben wir fuer ca. 1 Stunde Mutterersatz gespielt, die kleinen Kanguruhs im “Baumwoll-Beutel” mit uns herumgetragen und uns Tips geholt, wie wir auf unserer Weiterreise den Tieren helfen koennen. Tatsaechlich haben wir ein paar Mal angehalten, geschaut, ob sich im Beutel der toten Mutter noch etwas kleines befindet oder die Tiere vom Strassenrand gezogen. Warum? Wenn es lange nicht geregnet hat, grasen die Kaenguruhs am Strassenrand weil sich hier immer noch etwas gruen befindet. Dort werden sie dann nachts von Roadtrains, Bussen oder Autos getoetet und bleiben am Strassenrand liegen. Ein willkommenes Fressen fuer Adler, Echsen und andere Tiere, die dann aber leider auch oftmals ueberfahren werden.

Von Alice Springs war es dann nur noch ein Katzensprung von 2500km bis Cairns, den wir in 4 Tagen ueber Tennant Creek, Mt. Isa, Cloncurry, Normanton, Mt. Garnet und Atherton absolviert haben.

2 Responses to “Die rote Mitte war bei uns irgendwie ziemlich gruen!”

  1. on 17 Mai 2007 at 18:17 Regine

    …ohne Worte, was ihr da alles erlebt…nach 14 Tagen Dauerregen in Germany kehrt morgen ein langersehntes HOCH zurück, die Sonne kommt zurück, und wir vermissen Euch!
    Alles Gute weiterhin…wünscht Regine

  2. on 24 Mai 2007 at 15:50 Elke Beier

    Muss mich doch noch einmal melden…ich glaube, dass Ihr genau das parallel erlebt, was ich im Fernsehen sehe. (ja,ja Ihr denkt jetzt de Frau Beier hängt nur vor der Glotze…) Stimmt nur bedingt, immer wenn ich bügele oder ander nützliche Hausarbeiten verrichte lasse ich mich vom Fernseher beschallen…da das heutige Fernsehprogramm nichts mehr zu bieten hat..lande ich fast immer in irgendeinem Kanal mit Dokumentationen. Unter anderem natürlich mehrmals über den Urulu und die Olgas …und kürzlich erst über die Kamele…ist ja schon lustig, dass Ihr das alles live erlebt. Ich bin ja kein Reisemensch..interessiere mich aber trotzdem dafür..leider dann nur über den Fernseher..aber ohne Fliegen..hi,hi

    LG Elke Beier

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