Outback Australia

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Mittlerweile sind wir ja schon in Port Douglas, auf der australischen Landkarte findet ihr dieses Oertchen oben rechts ueber Cairns. Viel passiert in den letzten Wochen oder besser gesagt: viele km gefahren. Also gehen wir das ganze mal systematisch an:

Am 20.04.07 (wusste Eva so genau, weil Pete da Geburtstag hatte - Hallo Pete!!) haben wir mit Bouke (kein neuer hollaendischer Kaese, sondern unser hollaendischer Mitfahrer) die Reise in Richtung Alice Springs angetreten. Bouke hatte ich kennengelernt, als ich uns fuer 25 Dollar ein Zelt gekauft hatte, von einer Hollaenderin. Und da stand er zufaellig gerade dabei. Wir kamen ins Gespraech, und es stellte sich heraus, dass er auch nach Alice wollte. Bouke hatte zwar schon ein Mitfahr-Angebot von zwei heissen Hollaenderinnen, fand die Idee bei uns mitzufahren aber irgendwie cooler :-) Und wir wollten mal ein Exempel in der deutsch-hollaendischen Freundschaft statuieren und zeigen, dass die Zeiten der Missgunst vorbei sind…

Da es in der Gegend um Adelaide viel Wein gibt, haben wir natuerlich hier und da angehalten, das ein oder andere Glaeschen Wein getrunken und die ein odere andere Flasche gekauft. Ansonsten waere es eine unzumutbare Durststrecke bis nach Alice Springs gewesen. Die erste Nacht haben wir auf einer Aussichtsplattform mit wunderschoenem Blick auf die Weinberge verbracht. Eva und ich im Auto und Bouke im Zelt direkt hinter einem Kriegs-Denkmal.

Dann ging es erstmal hoch in die Flinders Ranges, ein wunderschoener Gebirgszug im Norden von South Australia, der sich ueber fast 500 km erstreckt. Das Gestein in der Gegend ist bis zu einer Milliarde Jahre alt, und leuchtet vor allem beim Sonnenuntergang phaenomenal in allen Rot-Orange-Braun Toenen. Die Vegetation ist hier noch recht ueppig, vor allem gibt es Eukalyptusbaeume. In der Gegend huepften und liefen jede Menge Kangaroos und vor allem Emus neben unserem Auto her, mit den Kanagroos haben wir auch zusammen “gefruehstuckt”. Also mit, und nicht DIE, obwohl das schon ein sehr leckeres Fleisch ist.

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Einige schoene Wanderungen spaeter stand am naechsten Tag die Entscheidung an, wie wir weiter nach Coober Pedy fahen. Eine Option war der Odnadatta Track, eine 500km lange, unasphaltierte Gravel-Road durch mehr oder weniger Wueste. Bouke war davon natuerlich total begeistert, vor allem weil man da am Lake Eyre vorbeikommt, einem Salz-See, der so gross ist wie Holland. Bis auf wenige Tage im Jahr ist der See ausgetrocknet und durch die bis zu einem Meter dicken Salz-Schicht leuchtend weiss ist. Da uns aber auch von den Locals keiner so recht sagen konnte, wie es um die Strecke bestellt ist, und nach unserer Gravel-Road Erfahrung in Neuseeland, haben wir uns fuer den asphaltierten Umweg ueber Port Ausgusta entscheiden. Und auch hier kamen wir an riesigen Salzseen vorbei, die mich doch stark an das Tal des Todes in den USA erinnert haben. Leider konnte ich dieses Mal auf dem Salz nicht Fussball spielen ;-) (Hallo Glogge, Sasa und Verena).

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Bis Coober Pedy waren es nochmal locker 1000km. In den Flinders Ranges war es schon lecker warm, und auf der Strecke durch das rote Zentrum wurde es zunehmend heisser - allerdings eine eher angenehme, trockene Hitze. Weniger angenehm allerdings waren die nervigen Fliegen, die auf dem Weg ebenfalls exponentiell zunahmen. Im ganzen Zentrum machen einem diese Fliegen das Leben zur Hoelle. Fruehstueck draussen unmoeglich. Auf jedem Ruecken und jedem Sonnenhut sitzen je nach Vorliebe der Fliegen zwischen 20 und 100 Fliegen. Immer und ueberall. Aetzend. Taeglich bis zur Dunkelheit, dann verschwinden sie ploetzlich wohin auch immer.

Coober Pedy ist die abgefahrenste Stadt, in der wir bislang waren. Dort wohnen ungefaehr 3500 Personen aus 45 Nationen - so genau weiss das aber niemand, da viele aus Steuer- und anderen Fluchtgrueden nicht gemeldet sind. Coober Pedy ist die Opal-Hauptstadt der Welt, was bedeutet, dort mitten in der Wueste wird nach Opalen (ein verdammt teurer aber ganz im Vertrauen haesslicher gruenlich-blauer Edelstein) gegraben. Und das ist der einizge Grund, warum die Leute alle da sind, und das Graben in Minen stellt auch deren Hauptbeschaeftigung und Einkommen dar - mittlerweile verdienen auch einige nebenher sehr gut mit dem wachsenden Tourismus. Es gibt sogar einen Golfplatz…

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Das beste ist aber: die meisten Leute wohnen in unterirdischen Hoehlen, sogenannten “dugouts”, unter der Erde. Und das liegt an dem extremen Klima. Im Winter gibt es nachts Minusgrade bis zu -5 Grad Celsius, im Sommer gibt es ueber 40 Grand im Schatten. In den dugouts herrschen - je nach Etage - angenehme Bedingungen, in der ersten Etage bspw. konstant angenehme 24 Grad. Und da die Leute ja sowieso Experten im Graben sind, bietet sich das ja an… Einige “Haeuser” unter der Erde erstrecken sich ueber 3 Etagen und haben bis zu 40 Zimmer. Das liegt wiederum nicht daran, dass dort etwa Grossfamilien zusammenwohnen, sondern an dem vor einigen Jahren erlassenen Gezetz, dass innerhalb der Stadt aus Sicherheitsgruenden (einige Minen-Schaefte sind bis zu 30m tief) nicht mehr gegraben werden darf. Was man aber natuerlich noch darf, ist sein Haus bzw. seine Hoehle “erweitern”, also “anbauen” :-) Clever, clever…

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Der Name „Coober Pedy“ ist eine englische Schreibweise des Aboriginal-Begriffs „kupa piti“ was soviel heißt wie „weißer Mann im Loch“.

Lockes Onkel ist offensichtlich einer der “Wahnsinnigen” in Coober Pedy und hat dort laut Locke nach 11 Monaten eine Opal-Ader gefunden (siehe Kommentare unter Inside Thorsten). Unglaublich! Den haetten wir ja mal besuchen koennen. Dann ist er ja ein gemachter Mann, oder? Ist das der Onkel aus Tasmanien? Schreib doch mal mehr davon!!!

Nach 2 Tagen Coober Pedy sind wir am 24. April mit Abstechern zu den Mt. Remarables, zum Dog Fence (ein 5000km langer Zaun - doppelt so lang wie wie chinesische Mauer - um wilde Dingos von Schafen fern zu halten) und zur Painted Desert weiter durch die ueberaschend gruene Wueste nach Alice Springs gefahren.

2 Responses to “Outback Australia”

  1. on 17 Mai 2007 at 15:45 Marianne

    Das sind doch mal wirklich schöne Berichte. Da kann man einiges nachsehen und nachlesen.
    Wenn man sich beschwert, muss man ja auch mal loben!!
    Ich wünsche euch noch viele schöne Erlebnisse.

  2. on 24 Mai 2007 at 15:33 Elke Beier

    Hallo Ihr Zwei….

    habe über Coober Pedy schon so viele Berichte gesehen. Fand den Ort immer wahnsinnig abgedreht. Und das Ihr jetzt dort seit ist schon irre. Besonders die Höhlen sind ja der Wahnsinn…Euer Bild zeigt ja so eine Höhle…Unglaublich.

    So, lese mich mal weiter durch ..
    hatte jetzt mal eine Weile nicht reinschauen können. Und Ihr seid sehr fleissig gewesen…

    Liebe Grüße
    Elke Beier

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