Wenn uns jemand sucht
Posted by E.V.A on 27 Okt 2006 | Tagged as: Allgemein
wir sind ab naechsten Donnerstag, fuer die naechsten acht bis zwoelf Wochen in Margaret River und verdienen unser Geld in einem Cafe zehn Meter vom Strand entfernt. Na wenn das mal keine Ente war… Ob die zehn Meter wirklich zehn Meter sind, werden wir erst naechste Woche erfahren. Margeret River heisst soviel wie: Paradies fuer Surfer, Weintrinker und Naturfreunde. Also, ueberlegt es euch
Das Jobinterview dafuer hatten wir in einem Vorort von Perth. 331 Westcoast Drive, in Scarborogh. Und das “Drive” nicht das selbe ist wie “Highway” wussten selbst die Einheimischen nicht. Wir haben also anstatt den Westcoust Drive den Westcoast Highway nach der Hausnummer 331 abgesucht. Ab Hausnummer 303 sahen wir dann nur noch Haeuser mit geraden Hausnummern zu unserer Linken und jede Menge Sand und Wasser zu unserer Rechten. Also wieder zurueck, nachgefragt und letztendlich ein Taxi genommen. Nachdem wir das Jobinterview bestanden und unsere zukuenftigen Arbeitgeber fuer sehr nett befunden hatten, haben wir uns wieder auf die Suche nach einer Busstation gemacht. Thorsten hat dann einen Mann, der grade ein Bad im Meer genommen hatte, angesprochen und ihn nach dem Weg zur naechsten Bushaltestelle gefragt. Er sagte, er wuesste es nicht genau, koennte uns aber mit dem Auto zur naechsten Bahnstation fahren. Wir wundern uns einfach nicht mehr ueber die Hilfsbereitschaft der Menschen hier und nehmen einfach immer dankend an…. Nachdem wir dann noch seine Schwiegermutter und Hund Charlie kennengelernt hatten sind wir losgefahren. Der Mann stellte sich freundlich vor und erzaehlte ein bisschen von seinem Leben. Dass er auch viel gereist ist und immer froh war, wenn ihm jemand geholfen hat. So wie damals in Hawaii, wo er stundenlang durch die Gegend gelaufen ist und eine Unterkunft gesucht hat. Dann hat ihn jemand in sein Haus eingeladen. Jetzt hilft er Reisenden halt auch immer gerne weiter. Und wenn wir wieder zu Hause sind wuerden wir wiederum auch wieder gerne weiterhelfen. Thorsten meinte dann, dass das in Deutschland schwierig ist, weil wir keine endlosen Straende haben an denen man sich verlaufen kann. Ah, ihr seit aus Deutschland meinte der Mann dann. Alles auf Englisch versteht sich. Bis hierhin. Und dann ging die Konversation auf Deutsch weiter, fliessend. Ich bin damals 1984 von Deutschland nach Australien ausgewandert. Wir haben nur noch mit dem Kopf geschuettelt und gefragt, wo er herkommt. Aus Neuss. Der Paul Jahns aus Neuss, der damals seinem Vater gesagt hat, dass er nach Australien reist und dass er dort bleibt wenn es ihm da gefaellt. Und was hat er fuer eine Antwort bekommen? “Watt wellse denn in Australien, da scheissn die Leut noch vonne Baeume.” Sein Vater hat ihn dann aber 10 Jahre spaeter besucht und das Gegenteil festgestellt. Paul ist verheiratet, hat sich zusammen mit seiner Frau ein Boot gebaut, mit dem sie durch die Welt reisen. Zur Zeit liegt es in Tunesien. Beide waren nur fuer ein halbes Jahr in Australien um Geld zu verdienen. In einem halben Jahr soviel, dass es fuer 2 1/2 weitere Jahre reisen reicht. Seitdem will Thorsten LKW-Fahrer fuer die Minen-Industrie werden
Paul hat uns also 15 Kilometer bis zur Bahnstation gefahren, dort angekommen haben wir dann von einem Japaner ein Zugticket geschenkt bekommen. Wie gesagt, wir wundern uns einfach nicht mehr…..


Dat nette, kleine Neuss am Rhein…
Die Welt ist doch eigentlich ganz schoen klein, wenn man soetwas hoert!
Faszinierend.
Ich bin echt ueberrascht, wie hilfbereit die Leute da sind. Versuche das gerade auf Duesseldorf zu uebertrag, wo jeder am anderen nur stumpf vorbei laeuft. Ist aber ein schoener Anstoss, dies mal zu aendern. Wird den Alltag sicherlich bereichern.
Ich wunsche euch alles gute fuer euren naechsten Job!!
Liebe Gruesse
Dinah
Dann lasst mal die Adresse rueberwachsen, falls ich Zeit habe, darunter zu kommen.
Gruss
Lothar
Hallo Ihr Weltenbummler….zu Eurem Bericht fällt mir nur eins ein: Die Welt ist so verdammt klein……
Liebe Grüße
Ne is klar… versuch das mal in Deutschland! Da wirste ja schon komisch angeschaut wenn du jemanden ansprichst. Andere Länder, andere Sitten… nur irgendwie überall besser wie in good old D
Aber ich geb ja zu, Morgens im Zug möcht ich eigentlich auch nie angelabbert werden